Es war einmal ein Mensch, der im Internet erfuhr, er soll in den Bauch atmen nur.
Gar mächtig motiviert strengte er sich an, und stellte fest, dass er’s nicht kann.
Sein Arzt auch ihm empfahl – wie fatal – die Bauchatmung. Die sei normal.
Der arme Mensch nun, tiefbetrübt, seither Bauchatmung übt und übt.
Und wenn er nicht gestorben ist…
Vielleicht bist du mit der Bauchatmung glücklich und zufrieden, es fällt dir leicht in den Bauchraum zu atmen und du hast das Gefühl, es passt zu dir.
Dann kannst du mit deiner Zeit auch Anderes anfangen, als diesen Blogbeitrag zu lesen.
Es sei denn, Du bist neugierig! Dann bist du auch als BauchatmerIn herzlich willkommen! :-)
Ich richte mich ganz besonders an dich, wenn dir das bekannt vorkommt, was der Mensch in meinem kleinen Märchen erlebt.
Der ist nämlich Einatmer. Wie ich auch. Und vielleicht bist auch du EinatmerIn?
Für einen Einatmer oder eine Einatmerin taugt die Bauchatmung einfach nicht. Sie funktioniert in einem Einatmer-System einfach nicht.
Sie kann nicht funktionieren. Nur Ausatmer atmen in den Bauch. Einatmer jedoch sind Brustatmer.
Das hat rein gar nichts mit einer pathologischen – also krankhaften – sogenannten Hochatmung zu tun.
Es hat etwas damit zu tun, welche Atmungsmuskulatur du aktiv nutzt und wie die Dehnungs- und Verengungszonen in deinem Körper verteilt sind.
Das klingt sehr abstrakt, wird aber gleich viel verständlicher, wenn du es selbst spürst.
Deshalb lass uns – wenn du magst – eine kleine Atem-Fokus-Übung machen. Sie gibt dir nebenbei noch einen ersten Hinweis, ob du EinatmerIn oder AusatmerIn bist.
Alles was du für die Übung brauchst ist ein Trinkhalm.
Hol dir einen und wir sehen uns gleich wieder.
Du hast keinen Trinkhalm im Haus? Dann funktioniert es auch mit etwas Fantasie...
Bereit? Es geht los:
Mit Übung A richten wir unseren Fokus auf die Ausatmung:
1.) Sitzhaltung:
Setze dich aufrecht vorne an die Stuhlkante, also den Rücken frei, nicht angelehnt.
2.) Vorbereitung:
Umschließe den Trinkhalm mit deinen Lippen als wolltest du damit trinken.
(Ohne Trinkhalm forme deine Lippen als hättest du einen dünnen Trinkhalm im Mund, so als wolltest du damit trinken)
3.) Ausatmen:
Atme durch den Trinkhalm zwischen deinen Lippen tief aus, blase die Luft durch den Halm hindurch.
Beobachte: Empfindest du das tiefe Ausatmen als angenehm?
4.) Lange Atempause:
Bleibe nun für 10 - 20 Sekunden entspannt ausgeatmet.
Beobachte: Ist das vollkommen-leer-Sein während der Atempause angenehm und entspannend für dich?
5.) Einatmen lassen:
Nimm den Trinkhalm aus dem Mund und öffne den Mund leicht, lass die Ausatmungsmuskulatur im Bauchbereich los und lass die Luft ganz von selbst durch den Mund einströmen. Ziehe sie nicht ein!
Beobachte: Geht die Luft gefühlt in den Bauchraum? Hebt sich die Bauchdecke?
6.) Fazit deiner Beobachtungen:
War diese Übung für dich positiv? Entspannend? Fühlst du dich jetzt danach gut?
Dann bist du möglicherweise AusatmerIn.
Oder hat das alles nicht so gut geklappt, du warst Luft-knapp und dir ist jetzt vielleicht sogar etwas schwindelig? Das könnte darauf hindeuten, dass du nicht AusatmerIn bist.
Wiederhole die Übung gerne, jetzt wo du sie schon kennst.
Mit Übung E richten wir unseren Fokus auf die Einatmung:
1.) Sitzhaltung:
Setze dich mit dem Rücken angelehnt.
2.) Vorbereitung:
Umschließe den Trinkhalm mit deinen Lippen als wolltest du damit trinken.
(Ohne Trinkhalm forme deine Lippen als hättest du einen dünnen Trinkhalm im Mund, so als wolltest du damit trinken)
3.) Einatmen:
Atme durch den Trinkhalm zwischen deinen Lippen tief ein, ziehe die Luft durch den Halm hindurch in deine Lungenflügel.
Beobachte: Atmest du gefühlt in die Brust? Weitet sich dein Oberkörper? Empfindest du das tiefe Einatmen als angenehm?
4.) Lange Atempause:
Bleibe nun für 10 - 20 Sekunden locker eingeatmet mit weitem Brustraum.
Beobachte: Ist das angefüllt-sein mit Luft während der Atempause angenehm und belebend für dich?
5.) Ausatmen lassen:
Nimm den Trinkhalm aus dem Mund und öffne den Mund leicht, lass die Einatmungsmuskulatur im Brustbereich los und lass die Luft ganz von selbst durch den Mund ausströmen. Schiebe sie nicht hinaus!
6.) Fazit deiner Beobachtungen:
War diese Übung für dich positiv? Erfrischend? Belebend? Fühlst du dich jetzt danach gut?
Dann bist du möglicherweise EinatmerIn.
Oder hat das gar nicht gut geklappt, du hattest irgendwie zu viel Luft in dir? Und dir ist jetzt vielleicht auch schwindelig? Das könnte darauf hindeuten, dass du nicht EinatmerIn bist.
Wiederhole auch diese Übung gerne noch einmal.
Du hast nun bestimmt festgestellt, dass diese beiden Übungen sowohl in deiner Wahrnehmung als auch in der Wirkung vollkommen unterschiedlich sind.
Sie ersetzen keinesfalls eine fundierte und verlässliche Atemtyp-Analyse, aber sie können ganz gut einen Hinweis in die eine oder andere Richtung geben.
Beobachte dich auch mal, wie du dich im Alltag verhältst: Ziehst du die Luft eher ein oder schiebst du sie hinaus?
Jetzt frägst du dich vielleicht: wozu das nun alles?
Es ist absolut kein Luxus, deinen Atemtyp zu kennen und korrekt – also mit der für DICH richtigen Atmungsmuskulatur und mit DEINEM Aktiv-Passiv-Rhythmus – zu atmen.
Wahrscheinlich hast du bei einer der beiden Übungen bereits ein mehr oder weniger starkes Unbehagen gespürt.
Wenn du nun als Einatmer – wie der Mensch in meinem Märchen (und wie ich damsl auch) – übst und übst um die Bauchatmung zu beherrschen, wirst du ziemlich schnell krank werden.
Genauso schädlich ist es, wenn du als Ausatmer nicht genug ausatmest und stattdessen nach Luft schnappst.
Auch die Atmung zu manipulieren ist gefährlich. Warum?
Mit einer Atemtyp-falschen Atmung überlastest du Bereiche deines Körpers, während andere unterversorgt bleiben. Du verursachst Spannungen in Körperzonen, die entspannt sein wollen und umgekehrt.
So entstehen Rückenschmerzen, Verspannungen, Gelenkprobleme, Lungenprobleme, Herz-Kreislauf-Probleme und vieles vieles mehr, weil die Atmung einfach essenziell für alle Körpervorgänge ist!
Sogar der Vagusnerv, der für unsere Entspannung, Verdauung und Regeneration elementar wichtig ist, kann massiv gestört werden.
Die gute Nachricht ist: Es gibt Wege, deinen Atemtyp zu ermitteln und mit diesem Wissen dich wieder in die richtige Spur zu bringen.
In der VOQi Selbstheiler-Ausbildung ist die Atemtyp-Analyse das Erste, was wir machen.
Wenn du deine ur-individuelle Atem-Körper-Konditionierung verstehst und DEINE hoch wirksamen Atem-Übungen anwendest veränderst damit dein Leben sofort grundlegend und spürbar.
Wenn wir uns mit unserem ganz individuellen Atemthythmus synchronisieren, erden und harmonisieren, dann heilen wir uns und entfalten unsere Kraft mit einer ganz erstaunlichen Leichtigkeit.
Wir boosten unser Immunsystem, kommen in wirkliche innere Ruhe und energetisieren uns gleichzeitig.
Sind unsere Körperhaltung, unsere Bewegungen und unsere ganz alltäglichen Gewohnheiten mit unserem individuellen Atemtyp in Übereinstimmung, dann stimmen auch die inneren Bewegungen unseres Stoffwechsels wieder.
Du siehst, dich stimmig zu deiner Natur zu verhalten, hat Auswirkungen auf ganz breiter Ebene.
Mich hat die Entdeckung meines Atemtyps (ich bin Einatmerin) wahrscheinlich vor dem Rollstuhl bewahrt, der Zustand meines Rückens und meiner Wirbelsäule war damals 1 Minute vor 12. Es sah nicht gut aus.
Das ist nun Geschichte. Ich habe meinen Rücken geheilt.
Und weil ich weiß, welche verheerenden folgen die Bauchatmung für 50% der Menschen haben kann, bitte ich dich, dieses kleine Märchen zu teilen und zu verbreiten was das Zeug hält!
Je mehr Menschen ihren Atemtyp kennen, desto mehr Menschen sind entspannt und in ihrer Kraft.
Desto mehr Menschen sind gesund,
Und nur gesunde Menschen können eine gesunde Welt erschaffen.
Lass uns losleben!
Deine Mona Suzann
PS: Wenn du dich für die Atemtyp-Beratung in der VOQi Selbstheiler-Ausbildung interessierst, hier ist der Link:
© Mona Suzann Pfeil & VOQi ACADEMY